MILCHMÄDCHEN MUSIKKULTUR

Konzert

Do
16.
03.
17

THE EMIRSIAN & DABANDJIAN

 

THE EMIRSIAN & DABANDJIAN
Emirsian & Dabandjian „Papak“
Eigentlich war Aren Emirze in Los Angeles, um das Vermächtnis seiner Noise Rock-
Band Harmful zu vollenden. Trotzdem blieb Zeit, die Kontakte in der großen
armenischen Community dort zu pflegen. Der Musik-affine Geschäftsmann und
leidenschaftlich Hobbymusiker Parsegh Topjan hatte eingeladen. Da wurde
getrunken und gesungen. Emirze nahm die Gitarre in die Hand und sang Emirsian-
Songs. „Da kam der Gastgeber zu mir: genau das fehlt, wie Du armenische Musik
siehst, das Alte mit dem Neuen verbindest, sodass es auch Nicht-Armenier
ansprechen kann.“
Nach dem Tod des geliebten Vaters fand Emirze in dessen Nachlass eine
Musikkassette, darauf der armenisch getextete Song „Achtschig Sirunag“, den er
geschrieben und vor 20 Jahren seinen Kindern vorgespielt hatte. Die Initialzündung
für Emirzes Akustikprojekt Emirsian. Für das erste Album „A Gentle Kind Of
Desaster“ 2006 nahm er ihn auf. Obwohl die anderen elf Stücke englisch gesungen
wurden, hatten sie längst eine armenische Melancholie. Auf faszinierende Weise
trafen Merseyside und Westcoast auf den Kaukasus. „Yelq“ zwei Jahre später
dokumentierte schon im Titel einen Neuanfang. Tiefer und tiefer tauchte der Musiker
in die Kultur seiner Ahnen ein. Auf dem Doppelalbum „Accidentally In
Between“ (2011) war dann schon eine komplette CD auf armenisch.
Der nächste, konsequente Schritt ist nun eine komplett armenische CD. Nur zu gern
wollte Emirze das angehen. Aber neue Texte auf Armenisch zu schreiben, traute sich
der in Deutschland geborene und aufgewachsene, mit anglo-amerikanischer Musik
sozialisierte Musiker nicht zu. Parsegh Topjan bot spontan seine Hilfe an, stellte
zwanzig bis zu hundert Jahre alte armemische Gedichte zusammen zu denen
Emirze Musik schrieb. In Ara Dabandjian von der armenischen Folkgruppe Element
Band aus Los Angeles, fand Aren Emirze einen engagierten Mitstreiter. Noch bevor
das Duo an die endgültige Realisation der Produktion gehen konnte, verstarb der
Mentor des Projektes Topjian tragischerweise. Im Sommer 2015 trafen sich Emirze
und Dabandjian, um auch seinen Traum zu verwirklichen „Wir haben alles live, ganz
ohne Overdubs und in einem vertrauten Umfeld aufgenommen, zwei Gitarre, zwei
Stimmen, gleichzeitig gesungen“, erklärt Emirze den Aufnahmeprozess. Ganz
Essentielles hatten die Zwei dabei im Sinn. Wie die Barden früher Musik gemacht
haben. Wie Bob Dylan in den Sechzigern. Oder Simon & Garfunkel. Pure Emotion
statt Perfektion. Aus dem Wohnzimmer. Aber mit dem Anspruch der Erhaltung der
Gedichte für die neue Generation. „Sie dürfen nicht in Vergessenheit geraten“, hoffen
Emirsian & Dabandjian einen Beitrag leisten zu können, dass junge Menschen einen
neuen Zugang zur klassischen Lyrik finden.
„Papak“ ist der Titel des Albums von Emirsian & Dabandjian. Wunsch, Begehr,
Verlagen heißt das. Melancholische Lieder über die Liebe, Leid, Erinnerungen,
Sehnsüchte, auch über die Natur. Das Album erscheint Ende Oktober auf dem
eigenen Hayk Records-Label im Vertrieb von Soulfood. Gemischt wurde das Album
von Moses Schneider. Emirze hofft, mit „Papak“ mehr als mit seinen Platten davor
Zuhörer für Armenien und das Schicksal der Armenier sensibilisieren zu können.
Dass der Deutsche Bundestag Anfang Juni 2016 seine Armenien-Resolution
verabschiedete, war für ihn ein wichtiges Signal. Die Geschichte nicht vergessen,
dabei immer nach vorne schauen, die Versöhnung als Vision, auch dafür stehen
Emirsian & Dabandjian.
Do 16.03.2017   Berlin
Privatclub
Konzertticket
Stehplatz
15,40 €
 
 
Einlass: 19:00  –  Beginn: 20:00  –  Anfahrt
 
Allgemeine Zahlungsmittel

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